Klanglicher Weiterbau
Hünfeld St. Jakobus

Wenn ich schon bei der C-Prüfung vor Jahren gefragt wurde, ob man eine Orgel mit solider Technik und tadellosem Material ohne völligen Umbau zu einer klanglich deutlich ansprechenderen und vielseitigeren Aussage bringen kann, so ergabt sich hier die schöne Gelegenheit, das beherzte damalige Ja genau am Instrument des Prüfers von einst (Regionalkantor Christopher Löbens) vollauf zu bestätigen.
Die Erbauerfirma dieser nicht kleinen Orgel (jetzt 46 Register), Fa. Hey aus Urspringen/Rhön, wirkte äußerst kooperativ mit und führte die erforderlichen technischen Arbeiten in Zusammenhang mit einer kompletten Reinigung engagiert aus.
Die Grundlage der Konzeption war die Akzeptanz der Besonderheiten dieser Orgel und eine positive Einstellung auch zu den derzeit gemeinhin weniger gefragten (das Wort „Mode“ sei hier vermieden) Dispositionselementen. Gleichwohl galt es, dort einzugreifen, wo Härten unnötig, Gleichförmigkeiten vermeidbar und fehlende gesangliche Wärme für inspiriertes liturgisches Orgelspiel hemmend waren. Die neue ungleichschwebende Stimmung nach eigenem Modell tut ein Übriges. Hauptwerk und Oberwerk stehen vor allem durch die neuen Mixturzusammenstellungen nun in einem gesunden Verhältnis zueinander, der Obertonreichtum auch im neobarocken Oberwerk ist durch eine bessere Grundierung wirklich nutzbar, in der katholischen Liturgie kaum verzichtbare, poetische Klangfarben sind organisch im Schwellwerk eingefügt. Dieses Werk ist eigentlich eher ein schwellbares Unterwerk und kann jetzt die Funktion von Recit und kleinem Positiv (bzw. Brustwerk) in dem nicht großen Kirchenraum gleichermaßen gut erfüllen. Mit gutem Grund kann man für diese Konzeption, bei der Aufwand und Ergebnis in einem äußerst gesunden Verhältnis zueinander standen, eine lange Zukunft voraussagen.

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